Ein Ort, an dem das Summen der Zikaden zum Soundtrack wird, alte Steine Geschichten flüstern und Kinder barfuß durch Bachläufe springen – willkommen in Okzitanien. Okzitanien klingt wie ein Zauberwort – und fühlt sich auch so an. Diese südfranzösische Region zwischen Pyrenäen und Mittelmeer hat etwas Ursprüngliches, Weites, Freies. Ideal für Familien, die im Urlaub mehr suchen als Animation: Natur, die berührt. Orte, die entschleunigen. Und Menschen, die noch Zeit haben für ein Gespräch.

Es ist eine Region zum Durchatmen. Zum Entspannen. Und zum echten Miteinander.

Kulturelle Highlights in Okzitanien

Auf Entdeckungstour mit Ritterblick

Kinder haben eine besondere Art zu reisen – sie sehen das, was wir Großen manchmal übersehen. Eine Ameise mit einer Krume auf dem Rücken. Die Spur einer Eidechse im Staub. Oder einen geheimen Gang in der Stadtmauer von Carcassonne, dieser riesigen mittelalterlichen Festungsstadt, die aussieht wie aus einem Bilderbuch. Ideal zum Verkleiden, Geschichten ausdenken, durch Gassen schlendern.

Und das ist nur der Anfang. Die spektakulären Katharerburgen in Okzitanien – zum Beispiel Montségur, Peyrepertuse oder Quéribus – lassen sich über kleine, steilere Wanderwege erobern. Nicht zu lang, aber spannend genug, um sich wie echte Entdeckerinnen und Entdecker zu fühlen.

Auch die Römer haben in Okzitanien Spuren hinterlassen: z.B. am beeindruckenden Pont du Gard, einem riesigen Aquädukt über dem Fluss – ideal zum Picknicken und Planschen.

Natur in Okzitanien erleben

Wandern, staunen, durchatmen

Okzitanien ist wie gemacht für kleine Abenteurer und große Naturfans. Die Region ist ein einziger Erlebnisraum – voller Schluchten, Wälder, Wasserläufe und Wunder unter der Erde.

Wilde Felsen, smaragdgrünes Wasser und der lautlose Flug der Geier – die Gorges du Tarn und die Gorges de la Jonte zählen zu den eindrucksvollsten Naturlandschaften Südfrankreichs. Beide Schluchten liegen eingebettet in eine fast märchenhafte Kulisse. Unten fließt das Wasser, ruhig oder rauschend. Oben ragen Kalksteinwände in den Himmel.

Gerade mit Kindern lässt sich diese Gegend wunderbar erkunden: Es gibt gut begehbare Wege mit spannenden Aussichtspunkten, schattige Flussufer für Picknicks, kleine Felsvorsprünge zum Klettern und natürliche Badebuchten zum Abkühlen und Dösen.

Tipp für Familien: Wer ein Fernglas im Rucksack hat, kann hoch oben am Himmel die Gänsegeier beobachten, die hier wieder angesiedelt wurden. Für Kinder oft ein echtes „Wow“-Moment!

Höhlenwunder in Okzitanien

Entdeckt beeindruckende Tropfsteinhöhlen im Süden Frankreichs

Unter der Erde geht das Staunen weiter: In den Cévennen warten faszinierende Welten unter Tage. Besonders beeindruckend ist die Grotte de la Cocalière, eine der schönsten Tropfsteinhöhlen Frankreichs: glitzernde Stalaktiten, unterirdische Seen – und am Ende eures Höhlenabenteuers bringt euch ein kleiner Zug zurück zum Eingang.

Auch die Grotte de Dargilan lädt zu einer Reise ins Innere der Erde ein. Die „rosa Höhle“ fasziniert mit farbigen Felsformationen, großen Hallen und geheimnisvollen Gängen – ein unterirdisches Abenteuer, das auch Kinder begeistert.

Tipp: In der Umgebung kann man sogar Gold waschen – mit Pfanne, Gummistiefeln und ganz viel Geduld. Ein echtes Highlight für kleine Schatzsucherinnen und Schatzsucher!

Strandleben in Okzitanien

Wasser, Wind und Weite

Im Süden wird die Landschaft weit und das Licht golden. Die Küste von Okzitanien ist weniger überlaufen als andere Mittelmeerstrände – und gerade deshalb ideal für Familien. Hier findet man als Familie viel Platz, seichtes Wasser und Sandburgen-tauglichen Strand.

Familienfreundliche Strände in Okzitanien

Plage L’Espiguette: Ein riesiger Naturstrand wie aus dem Bilderbuch. Endloser Sand, keine Bebauung – dafür Wind im Haar und Muscheln unter den Füßen. Der Weg durch die Dünen ist ein kleines Abenteuer!

Plage de La Franqui: Ein feiner, fast verträumter Ort mit nostalgischem Flair. Der Strand fällt flach ab, ideal für kleine Meereskinder. Wenn der Mistral pfeift, fliegen hier die Drachen – aber meist bleibt’s sanft und ruhig.

Plage de Valras: Wer den klassischen Familienstrand liebt – mit Promenade, Crêpes und Karussell – ist hier richtig. Der feine Sand lädt zum Buddeln ein, Rettungsschwimmer sorgen für Sicherheit, und überall gibt’s Eis auf die Hand.

Städte in Okzitanien

Bummeln, Spielen, Genießen

Die Städte in Okzitanien sind keine lauten Metropolen, sondern Orte zum Schlendern, Verweilen und Entdecken. Hier begegnet einem das städtische Leben mit Gelassenheit – auf Plätzen unter Platanen, in schattigen Gassen und auf bunten Märkten, wo Käse und Lavendel duften und Kinder mit einer Crêpe in der Hand staunen.

Montpellier ist jung und lebendig. Ein Ort, an dem sich Geschichte und modernes Leben leichtfüßig die Hand geben. In der Altstadt locken kleine Läden, Spielplätze und Straßencafés. Die Straßenbahnen gleiten wie gemalt durchs Bild. Und wer Lust auf Meer hat, ist schnell an der Küste.

Toulouse, die „ville rose“, empfängt ihre Gäste mit warmem Licht und viel Herz. Zwischen rosafarbenen Fassaden und belebten Märkten fühlt sich selbst ein Stadtspaziergang gemütlich an. Wer lieber selber forscht, entdeckt im Weltraummuseum Cité de l’Espace in Toulouse eine ganz andere Welt: Raumanzüge anprobieren, Marsrover bedienen und in eine Raumkapsel steigen – auch für Eltern ziemlich spannend.

Die kleineren Städte Okzitaniens erzählen ihre eigenen Geschichten. Albi mit seiner mächtigen Backsteinkathedrale und dem Toulouse-Lautrec-Museum. Sète, die Hafenstadt mit ihren Kanälen, Fischerbooten und einem Hauch Italien. Uzès, wo die Märkte duften und sich das Leben unter den Arkaden in einem ganz eigenen Rhythmus bewegt. Oder Narbonne, mit antiken Pflastersteinen, Flusspromenade und römischem Erbe zum Anfassen.

Tipp: Einfach treiben lassen. Die kleinen Dinge entdecken. Eine alte Buchhandlung, ein Straßenmusiker, ein lauschiger Innenhof.

Noch mehr erleben

Weitere Erlebnisse für euren Urlaub in Okzitanien

Zwischen Bergen, Flüssen und alten Dörfern gibt es viel zu entdecken – für neugierige Kinder, bewegungshungrige Eltern und alle, die gern draußen unterwegs sind:

Canyon de Bozouls
Ein riesiger, hufeisenförmiger Canyon mitten im Dorf – spektakulär und ganz ohne Eintritt. Oben oder unten entlang: Die Rundwege sind auch mit Kindern gut machbar und bieten immer wieder neue Perspektiven.

Les Sentiers de l’Imaginaire
Märchenhafte Themenpfade im Aubrac, gespickt mit Kunstwerken, Skulpturen und kleinen Geschichten am Wegesrand

Maison des Vautours
Bei den Gorges de la Jonte kann man Gänsegeier nicht nur am Himmel, sondern auch durch das Fernglas beobachten. Dazu gibt’s eine spannende Ausstellung und Einblicke in das Leben dieser beeindruckenden Vögel.

Mit dem Dampfzug durchs Gardon-Tal
Die historische Bahn fährt gemächlich von Anduze nach Saint-Jean-du-Gard – vorbei an Brücken, Wäldern und Schluchten. Einsteigen, zurücklehnen, staunen.

Ein Spaziergang durch den Bambuswald von Anduze
Ein grünes Wunderland mit Hängebrücken, Wasserläufen und riesigen Pflanzen. Ideal für heiße Tage – kühl, schattig und einfach zauberhaft.

Radeln am Canal du Midi
Der alte Treidelweg entlang des Kanals ist wie gemacht für entspannte Familienausflüge: flach, autofrei, oft schattig – und mit viel Platz für Picknick, Pausen und kleine Entdeckungen am Wasser.

Via Ferrata du Boffi
Ein gesicherter Klettersteig mit Panoramablick über das Tal – ideal für sportliche Familien mit älteren Kindern. Nur mit Guide, aber ein echtes Abenteuer.

Flamingos in den Salzgärten von Gruissan oder bei Bages
Besonders im Frühjahr und Herbst tummeln sich hier die rosa Vögel – gut sichtbar, auch für kleine Naturfreunde ein echtes Highlight.

Unterkünfte in Okzitanien

Ankommen und bleiben dürfen

Wer in Okzitanien unterwegs ist, sucht nicht das Große, Laute, sondern das Stimmige. Einen Ort, an dem man die Tür hinter sich schließt und sofort durchatmen kann. Wo morgens das Licht durchs Fenster fällt, der Tag nach frischem Brot duftet – und der Garten nicht nach Perfektion aussieht, sondern nach Leben.

Die Unterkünfte hier passen zur Region: familiär, mit Herz geführt, oft umgeben von Natur oder eingebettet in kleine Dörfer. Kein Hoteltrubel, sondern echte Gastfreundschaft. Kein Programm, sondern Raum für das, was Urlaub wirklich ausmacht: Zeit.

Ob mit Blick auf die Berge, versteckt im Grünen oder ganz nah am Meer – es sind Orte, die nicht einfach nur zum Schlafen gedacht sind, sondern zum Bleiben. Für Frühstück im Pyjama unter freiem Himmel. Für lange Abende mit Spielen, Gesprächen, Sternen. 

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Freiheit, die bleibt

Was einen Urlaub in Okzitanien besonders macht, ist dieser entspannte Rhythmus. Der Raum zum Atmen. Die vielen kleinen Momente: Das abendliche Zirpen der Grillen. Ein Dorffest mit Musik und Tanz. Das Gefühl, dass niemand hier etwas von einem will – außer vielleicht ein bisschen Zeit.

Gerade für Familien ist das ein Geschenk. Kein durchgetaktetes Sightseeing. Kein Stress. Sondern gemeinsames Erleben – in einem Tempo, das zu allen passt.

Okzitanien ist kein Ort, den man schnell wieder vergisst – sondern einer, der leise nachklingt.